Der Gesetzgeber hat mit dem Gesundheitsreformgesetz 2000 vom 22.12.1999 den Weg für die Einführung eines neuen Vergütungssystems im Krankenhaussektor vorgegeben. Im § 17b des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) wurde die Selbstverwaltung aufgefordert, ein international erprobtes DRG-System in Deutschland einzuführen. Am 27.06.2000 hat sich die Selbstverwaltung für das australische AR-DRG-System als Grundlage für ein zu entwickelndes deutsches System entschieden.

Das deutsche G-DRG-System wurde unter Berücksichtigung bundesdeutscher Leistungs- und Kostendaten auf Grundlage der AR-DRGs entwickelt. Jährliche Neukalkultionen  sichern die stetige Anpassung des Systems an die Behandlungswirklichkeit in Deutschland. Dazu sind zum einen die Falldokumentation der deutschen Krankenhäuser zum anderen detaillierte Kostendaten notwendig. Die Struktur des deutschen DRG-Systems ist bundesweit einheitlich. Die Kodierung von Diagnosen und Leistungen ist Grundvoraussetzung für die Zuordnung des einzelnen Krankenhausfalles zu einer DRG-Fallpauschale. Die Kodierung muss daher einheitlichen Regeln folgen, damit ein bestimmter Patient unabhängig vom behandelnden Krankenhaus (gleiches diagnostisches und therapeutisches Vorgehen einmal angenommen) nicht durch unterschiedliche Kodierung in verschiedene DRGs gruppiert werden kann. In Deutschland sind die offiziellen Kodierrichtlinien der Selbstverwaltung seit 1. Januar 2002 verbindlich.

Wie komme ich an weiterführende Informationen zu den DRGs ?

Die Selbstverwaltung veröffentlicht die wesentlichen Dokumente zum G-DRG-System auf der Website ihres Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) GmbH unter www.g-drg.de . Dort finden Sie neben vielen weiteren Informationen u.a. auch zur aktuellen und aller älteren G-DRG-Versionen:

  • den G-DRG-Fallpauschalen- und Zusatzentgeltkatalog
  • die Definitionshandbücher (Gruppierungsalgorithmus) auch für die Übergangssysteme
  • eine Liste zertifizierter Groupersoftware
  • die Abschlussberichte- die Abrechnungsregeln (FPV)
  • die Vereinbarung zu Besonderen Einrichtungen (VBE) nach § 17b Abs. 1 Satz 15 KHG
  • die Kodierrichtlinien (DKR)
  • Hinweise zur Budgetplanung unter G-DRGs
  • das Kalkulationshandbuch und spezielle Kalkulationsvorgaben
  • Web-Browser für die Kostenkalkulationsdaten und gesamtdeutschen Daten nach § 21 KHEntgG sowie  Veröffentlichungen zur Begleitforschung
  • Hinweise zum Vorschlagsverfahren und zur Beantragung von Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) nach § 6 Abs. 2 KHEntgG

Die Diagnose- und Prozedurenklassifikationssysteme (ICD-10-GM und OPS) werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), einer Bundesbehörde, gepflegt, weiterentwickelt und unter der Website: www.dimdi.de veröffentlicht.


Zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema DRGs, Casemix wird auch das Studium nationaler deutschsprachiger und internationaler Literatur empfohlen. Wir haben für Sie eine Auswahl an Literatur zum Thema DRGs in deutscher und englischer Sprache zusammengestellt.

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